Metastasierter kastrationsresistener Prostatakrebs

Veträglichkeit von Olaparib und Beherrschung häufiger unerwünschter Ereignisse: Exploration der PROfound-Studie


  Auf Grundlage der PROfound-Studie wurde Olaparib für Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs (mCRPC) zugelassen, die einen Progress unter Enzalutamid oder Abirateron erlitten hatten, und die Träger einer relevanten Mutation in den DNA-Reparaturgenen sind. Um Patienten eine fortgesetzte Behandlung mit Olaparib zu ermöglichen, so lange sie Vorteile davon haben, werden aktuell weitere Sicherheitsbeurteilungen der PROfound-Studie mit Hauptaugenmerk auf die vier häufigsten unerwünschten Ereignisse (uE) und Ereignisse von besonderem Interesse beschrieben.

  Patienten waren (2:1) zu Olaparib respektive zu Enzalutamid oder Abirateron (Kontrollen) randomisiert worden. Die Sicherheit wurde durch Patientenberichte der uE und anhand von Laborparametern erfasst. Daten zur Sicherheit wurden auch von allen Kontrollpatienten erfasst, die einen radiographischen Progress erfuhren und danach zu Olaparib wechselten.

 

Abb.: Die häufigsten uE aller Ursachen, die bei >10% der Patienten in der jeweiligen Behandlungsgruppe auftraten.
 
Patienten und Behandlung

Von den Kontrollen wechselten 83 bei bestätigtem Progress zu Olaparib. Die mediane totale Behandlungsdauer für Olaparib betrug 7,6 (0,03–28,9) Monate und für Kontrollen 3,9 (0,6–29,1) Monate – für Wechsler 4,8 (0,2–28,9) Monate.

Unerwünschte Ereignisse

Von den Kontrollen wechselten 83 bei bestätigtem Progress zu Olaparib. Die mediane totale Behandlungsdauer für Olaparib betrug 7,6 (0,03–28,9) Monate und für Kontrollen 3,9 (0,6–29,1) Monate – für Wechsler 4,8 (0,2–28,9) Monate.

Unerwünschte Ereignisse

In der Olaparib-Sicherheitspopulation waren 246 (96%) Patienten von einem uE betroffen vs. 115 (88%) bei den Kontrollen. Das häufigste uE war Anämie (50%) – davon 23% vom Grad 3 – gegenüber 15% in der Kontrollgruppe (5% vom Grad 3). Über Brechreiz klagten 43% (2% mit Grad 3) vs. 21% (alle mit Grad 1 oder 2). Mit Fatigue/Asthenie belastet waren 42% (3% mit Grad 3) vs. 33% (5% mit Grad 3). Unter Appetitverlust litten 31% vs. 19% (Abb.).

Alle vier dominierenden uE hatten im Kontrollarm eine kürzere mediane Dauer des ersten Ereignisses und ein späteres Einsetzen als im Olaparib-Arm. Für Patienten der Olaparib-Gruppe hatte Anämie mit 1,9 Monaten die median längste Zeit bis zum erstmaligen Auftreten. Als Behandlungsstrategie für Anämie stand Supportivtherapie an erster Stelle gefolgt von Dosierungsunterbrechung und Dosisreduzierung. In 40% der Fälle ließ sich die Anämie beheben, doch in 8% wurde die Behandlung abgebrochen. Aufgrund von Anämie waren Dosierungsunterbrechungen und -reduktionen wie auch Therapieabbrüche deutlich häufiger als wegen Brechreiz, Fatigue/Asthenie und Appetitlosigkeit.

Von den 110/256 Patienten mit Brechreiz wurden 63 mit Supportivtherapie behandelt. In insgesamt 78 Fällen ließ sich der Brechreiz beheben.

Im Olaparib-Arm war die Häufigkeit an Anämie nicht mit dem Ausmaß an Knochenmetastasen zu Baseline assoziiert. Subgruppen mit <10 oder ≥10 Knochenmetastasen zu Baseline hatten eine Rate an Anämie jeden Grades von 51% bzw. 47%. Bei Anämie der Grade 3 waren es 22% bzw. 24%. Zwischen den beiden Subgruppen (<10 und ≥10) betrug die Anzahl Patienten mit Anämie, die eine Dosisunterbrechung oder eine Dosisreduktion hatten, 28% bzw. 24% und 18% bzw. 13%. Zum Behandlungsabbruch kam es in den Subgruppen mit <10 und ≥10 Knochenmetastasen bei 6% bzw. 11% der Patienten.

Von 42 Patienten im Olaparib-Arm mit einer BRCA1- oder BRCA2-Mutation in der Keimbahn hatten 26% eine Grad-3-Anämie. Bei somatischen Mutationen waren es entsprechend 18% von 33 Patienten.

uE von besonderem Interesse

In der Olaparib- und der Kontrollgruppe kam es bei 2% bzw. 1,5% der Patienten zu Pneumonitis. Ein Patient der Olaparib-Gruppe war nach einer 30-tägigen Follow-up-Periode mit MDS/AML konfrontiert. Venöse thromboembolische Ereignisse traten bei 8% der Olaparib-Patienten vs. 3% der Kontrollen auf.


❏ Die vier häufigsten unerwünschten Ereignisse, die in der PROfound-Studie aufgetreten sind, waren allgemein ohne die Notwendigkeit eines Behandlungsabbruchs beherrschbar.

❏ Das günstige Sicherheitsprofil erlaubt es Patienten, die Behandlung so lange fortzusetzen, wie sie klinische Vorteile davon haben.


Roubaud G, Özgüroglu M, Penel N, et al. 2022. Olaparib tolerability and common adverse-event management in patients with metastatic castrationresistant prostate cancer: Further analyses from the PROfound study. J Clin Oncol 40:1616–162.

Juli  2022

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