Nodal positiver Prostatakrebs
Natürlicher Verlauf klinischer Rezidivmuster nach radikaler Prostatektomie


  Nach radikaler Prostatektomie kommt es binnen zehn Jahren in ca. 45% der Fälle zu einem biochemischen und in ca. 30% der Fälle zu einem klinischen Rezidiv.

  In diesem Zusammenhang wurden klinische Rezidivmuster und deren Relevanz für die onkologischen Ergebnisse analysiert (Moschini M, et al. 2016):

  Das Studienkollektiv umfasste 1.011 Patienten der Mayo Clinic Rochester, MN, USA, mit nodal positivem PCa bei der radikalen Prostatektomie, die median 17,6 Jahre nachverfolgt worden waren. Bei der Mehrheit lag ein pT3b/T4-Tumor (66%) und ein Gleason Score (GS) von zumindest 7 (80%) vor. Als klinisches Rezidiv galt der radiologische Nachweis des PCa mit und ohne Auftreten von Symptomen.

  Die 15-Jahresrate klinischer Rezidive betrug 33% (bis zum Rezidiv median 5 Jahre) und die biochemischer Rezidive 65,9%. Bei letzteren kam es in 52,2% der Fälle zum klinischen Rezidiv. Die Lokalisation der klinischen Rezidive war in 170 Fällen bekannt. Im Einzelnen waren es 94 skelettale, 59 nodale, 29 Weichgewebe und 8 viszerale Rezidive.

Die Anzahl positiver Lymphknoten, ein pathologischer GS 8-10 gegenüber GS 6, eine Salvage-Strahlentherapie und das Jahr der Operation wurden als signifikante, multivariate Prädiktoren eines klinischen Rezidivs identifiziert. Die Rate eines klinischen Rezidivs innerhalb von 15 Jahren betrug 42% bei Patienten mit GS 8-10 gegenüber 17,7% bei denen mit GS 6 (Abb.).

Die 15-Jahresrate an PCa-spezifischem Überleben nach klinischem Rezidiv betrug 80% (median 30 Monate). Für lokale Weichteilgewebe- und nodale Rezidive bestand eine günstigere Prognose als für skelettale und viszerale Rezidive.

   Der Einfluss der Rezidivmuster auf das PCa-spezifische Überleben variiert signifikant und ermöglicht, die Patienten hinsichtlich der Prognostizierung, dem Follow-up und der Therapie zu stratifizieren.

Moschini M, Sharma V, Zattoni F, et al. 2016. Natural history of clinical recurrence patterns of lymph node–positive prostate cancer after radical prostatectomy. Eur Urol 69:135-142.

Januar  2016

Drucken Referent: jfs