CRPC: Bayer erhält US-Zulassung für Krebsmedikament Xofigo® (Radium 223 Dichlorid)

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat die Zulassung für das neue Krebsmedikament Xofigo® (Radium 223 Dichlorid) von Bayer HealthCare erteilt. Xofigo wird als Injektion zur Behandlung von Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom (castration-resistant prostate cancer, CRPC) angewandt, bei denen Knochenmetastasen, jedoch keine weiteren Metastasen in den inneren Organen, aufgetreten sind. Die Substanz ist das erste von der FDA zugelassene Alpha-Strahlung freisetzende Radiopharmazeutikum, das eine Verlängerung des Gesamtüberlebens sowie eine Verlängerung der Zeit bis zum ersten Auftreten von skelettbezogenen Ereignissen im Vergleich zu Placebo nachweisen konnte. Dies konnte in der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ALSYMPCA gezeigt werden.

Die Marktproduktion von Xofigo hat bereits begonnen und die ersten Produkteinheiten stehen den Patienten voraussichtlich in den nächsten Wochen zur Verfügung. Bayer hat die weltweiten exklusiven Vermarktungsrechte an Xofigo. In den USA wird Bayer das Produkt gemeinsam mit Algeta US, LLC vermarkten.

„Xofigo ist ein potenziell lebensverlängerndes Krebsmedikament, das durch die von Radium 223 freigesetzten Alpha-Partikel die Knochenmetastasen auf eine ganz neue Art angreift und dabei ein vorteilhaftes Sicherheitsprofil aufweist”, sagte Kemal Malik, M.D., Mitglied im Executive Committee von Bayer HealthCare und Leiter der Globalen Entwicklung. „Diese Zulassung durch die FDA ermöglicht Patienten mit Prostatakrebs und auch ihren behandelnden Ärzten den Zugang zu einer ganz neuen und innovativen Behandlungsoption.”

„Die meisten Männer mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom entwickeln Knochenmetastasen, die lebensbedrohlich sein können”, sagte Dr. Oliver Sartor, ärztlicher Direktor des Tulane Cancer Center und Studienleiter der ALSYMPCA-Studie in Nordamerika. „Xofigo ist das erste Medikament, das gezielt auf die Knochenmetastasen wirkt und beim Prostatakarzinom einen signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben nachweisen konnte. Es wird eine wichtige neue Behandlungsoption bei dieser Krebsart darstellen.”

Die Knochen sind ein bevorzugter Ort für Metastasen bei Krebs. Bei Patienten mit Prostatakrebs sind Knochenmetastasen besonders häufig. Etwa 90% aller Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs haben Anzeichen von Knochenmetastasen. Diese können die Anzahl sogenannter skelettbezogener Ereignisse, also Knochenbrüche und andere Komplikationen am Skelettsystem, deutlich erhöhen und damit die Lebensqualität der betroffenen Patienten erheblich beeinträchtigen. Knochenmetastasen sind nachweislich die Hauptursache für Krankheit und Tod bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom.

Zulassungsrelevante Studiendaten

Die Zulassung von Xofigo (Radium 223 Dichlorid, Radium 223) beruht auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie ALSYMPCA (ALpharadin in SYMptomatic Prostate CAncer). Zum Zeitpunkt der Interimsanalyse konnte Radium 223 das Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) signifikant verbessern [HR=0,695 (95% CI 0,552-0,875), p=0,00185]. Das mittlere OS lag in der Gruppe mit Radium 223 Dichlorid plus der bestmöglichen Standardbehandlung bei 14,0 Monaten, verglichen mit 11,2 Monaten in der Gruppe mit Placebo plus der bestmöglichen Standardbehandlung. Zusätzlich zeigte sich in der Interimsanalyse eine Verlängerung der Zeit bis zum Auftreten des ersten skelettbezogenen Ereignisses bei Patienten, die mit Radium 223 behandelt wurden, im Vergleich zu Placebo.

Eine aktualisierte Auswertung der Daten nach der „Entblindung“ der Studie zeigte eine weitere Verbesserung des primären Endpunktes bei Patienten unter Radium 223 im Vergleich zu Placebo: Das mittlere Gesamtüberleben lag bei 14,9 vs. 11,3 Monaten; HR=0,695 (95% CI 0,581-0,832).

Die häufigsten Nebenwirkungen in der ALSYMPCA Studie (=10 %) bei den Patienten die mit Xofigo behandelt wurden waren Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und peripheres Ödem. Die häufigsten Auffälligkeiten im Blutbild (=10 %) bei mit Radium 223 und Placebo behandelten Patienten waren Anämie, Lymphozytopenie, Leukopenie, Thrombozytopenie und Neutropenie.

Xofigo (Radium 223 Dichlorid) - Medikament mit neuartigem Wirkmechanismus zur Behandlung von Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom mit Knochenmetastasen

Xofgio mit dem Wirkstoff Radium 223 Dichlorid (Radium 223) ist ein Präparat zur Behandlung von Krebserkrankungen, die bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) in den Knochen gebildet haben. Das Medikament ist ein sogenanntes „Alpha-Pharmazeutikum“, das radioaktive Alphastrahlung abgibt und so gezielt gegen die Krebszellen in den Knochen wirkt. Aufgrund seiner calcium-ähnlichen Eigenschaften lagert es sich bevorzugt dort ein, wo neue Knochenmasse entsteht, so auch im Bereich von Knochenmetastasen. Dort werden Alpha-Partikel freigesetzt, die zu Brüchen von doppelsträngiger DNA in angrenzenden Zellen führen. Diese Alpha-Partikel haben eine sehr kurze Reichweite von weniger als 100 Mikrometern, und wirken somit hauptsächlich im Bereich der Knochenmetastasen und schädigen daher nur minimal umliegendes Gewebe.

Radium 223 ist derzeit weder von der europäischen Gesundheitsbehörde EMA (European Medicines Agency) noch von anderen Gesundheitsbehörden außerhalb der USA zugelassen. Bayer hat in Europa im Dezember 2012 ebenfalls die Zulassung für Radium 223 zur Behandlung von Patienten mit CRPC beantragt.

Im September 2009 hatte Bayer mit Algeta eine Vereinbarung zur Entwicklung und Vermarktung von Radium 223 unterzeichnet. Demnach wird Bayer Radium 223 klinisch entwickeln, die zulassungsrelevanten Unterlagen bei den Gesundheitsbehörden einreichen und die weltweite Vermarktung betreiben. In den USA wird Bayer das Produkt gemeinsam mit Algeta vermarkten.

Studiendesign der ALSYMPCA-Studie

Die ALSYMPCA-Studie war eine randomisierte, doppelblind durchgeführte, internationale, Placebo kontrollierte Phase-III-Studie. Untersucht wurde Radium 223 Dichlorid zusätzlich zur besten Standardtherapie, verglichen mit Placebo plus der besten Standardtherapie bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakrebs und symptomatischen Knochenmetastasen. An der ALSYMPCA-Studie nahmen 921 Patienten verteilt auf über 100 Zentren in 19 Ländern teil. Die Behandlung bestand aus bis zu sechs intravenösen Injektionen von Radium 223 oder Placebo im Abstand von vier Wochen.

Der primäre Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben. Ein wichtiger sekundärer Endpunkt war die Zeit bis zum Auftreten des ersten skelettbezogenen Ereignisses (definiert als externe Strahlentherapie zur Symptomlinderung, neuaufgetretene Knochenbrüche, Rückenmarkskompressionen oder tumorbezogene orthopädische Eingriffe).

Bayer HealthCare

Mai 2013

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