ASCO 2012
PISCES-Studie – mRCC-Patienten bevorzugen Pazopanib gegenüber Sunitinib


Für Gesprächsstoff auf dem diesjährigen ASCO-Kongress sorgte die PISCESStudie, in der Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC) nach ihrer Präferenz für Pazopanib vs. Sunitinib befragt wurden. Beide Wirkstoffe sind zur Erstlinien- Behandlung des fortgeschrittenen RCCs zugelassen. Die Ergebnisse der größten, bisher in der Onkologie durchgeführten Studie zur Patientenpräferenz präsentierte PD Dr. med. Margitta Retz (München) anlässlich des Urologenkongresses in Nürnberg.

In der Cross-Over-Studie PISCES (PazopanIb versus Sunitinib patient preferenCE Study in treatment naïve metastatic renal cell carcinoma) wurden 168 Patienten randomisiert 10 Wochen lang mit Pazopanib, gefolgt von einer 2- wöchigen Pause und anschließend 10 Wochen mit Sunitinib behandelt oder vice versa. In der Primäranalyse von 114 Patienten wurde Pazopanib von 70 % der Patienten präferiert, 22 % bevorzugten Sunitnib und 8 % hatten keine Präferenz. Diese Unterschiede waren statistisch signifi kant. Die häufi gsten Gründe für die Präferenz von Pazopanib (Mehrfachnennungen) waren bessere Lebensqualität und weniger Fatigue. Unter der Therapie mit Pazopanib mussten weniger Dosis-Reduktionen vorgenommen werden als unter Sunitinib (13 % vs. 20 %) und es gab weniger Therapieunterbrechungen (6 % vs. 12 %).

Die Präferenz der Ärzte wich davon ab. Von ihnen bevorzugten 60 % Pazopanib, 21 % Sunitinib und 21 % hatten keine Präferenz. Daran lässt sich ersehen, dass Ärzte möglicherweise die vom Patienten erfahrenen Unterschiede in der Lebensqualität noch zu wenig wahrnehmen oder berücksichtigen.

Die Studie erlaubt keinen Vergleich der Wirksamkeit beider Substanzen. Die Referentin betonte, dass es sich bei dem deutlichen Votum für Pazopanib in der PISCES-Studie um eine subjektive Einschätzung handelt, die erst in der Auswertung mit dem erwarteten Effektivitätsvergleich der beiden Substanzen in der COMPARZ- Studie bewertet werden kann. In dieser Head-to-head-Studie wurden

In dieser Head-to-head-Studie wurden erstmalig zwei Tyrosinkinaseinhibitoren, die in der First-Line-Therapie bei mRCC eingesetzt werden, direkt miteinander verglichen. Patienten mit metastasierten Nierenzellkarzinom nehmen Krebsmedikamente für viele Monate oder Jahre ein. Ihre Antworten geben Aufschluss, wie sie Toxizitäten von Krebsmedikation empfi nden und bewerten sowie darüber, welche Bedeutung die Lebensqualität für sie hat. Patient-related Outcomes (PRO) wie diese werden zunehmend erhoben, um die klinische Relevanz der Toxizitäten unterschiedlicher Therapien besser zu verstehen.

mk

Quelle: Quelle: Satellitensymposium „Neue Evidenz als Entscheidungsgrundlage in der First-Line-Therapie des Nierenzellkarzinoms” anlässlich der 38. Gemeinsamen Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie am 14. Juni 2012 in Nürnberg. Veranstalter: GSK GmbH & Co. KG.


Juni 2012

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