Diagnostik des Harnblasenkarzinoms
Weniger Zystoskopien mit NMP22 in der Redizivkontrolle


Die Zahl der Zytoskopien bei der Rezidivkontrolle von Urothelkarzinomen könnte mithilfe des Tumormarkers NMP22 deutlich gesenkt werden. Das ist das Ergebnis einer vorab in der elektronischen Ausgabe der Fachzeitschrift "Cancer" veröffentlichten Studie (1). Wie die Wissenschaftler um den Urologen Shahrouk F. Shariat von der Cornell University, New York, zeigten, verbessert der Nachweis von NMP22 im Urin die Erkennung von Rezidiven des Urothelkarzinoms und auch von dessen Fortschreiten statistisch und klinisch signifikant. Voraussetzung: NMP22 fließt als zusätzlicher Parameter neben Kriterien wie Urinzytologie, Alter und Geschlecht in das Vorhersagemodell ein.

Dank eines solchen Vorhersagemodells könnten Patienten, die aufgrund einer früheren, nicht-muskelinvasiven Form von Blasenkrebs überwacht werden, viele Zytoskopien erspart werden. Bei ihnen könne so lange auf eine Zystoskopie verzichtet werden, bis sich der Verdacht auf Malignität erhärtet, so die Wissenschaftler. Die Berücksichtigung des Tumormarkers NMP22 steigert den Forschern zufolge die prädiktive Richtigkeit des Modells zur Vorhersage von Rezidiven um 20,8%. Wenn es um das Fortschreiten der Erkrankung geht, beträgt dieser Wert sogar 43%. Untersucht wurden insgesamt 2222 Patienten mit einem histologisch bestätigtem Urothelkarzinom der Blase ohne Anzeichen einer Muskelinvasion (Stadien Ta, T1 und/oder Carcinoma in situ) und gleichzeitiger negativer Urinzytologie.

1. Shariat SF, et al. 2011. Assessing the clinical benefit of nuclear matrix protein 22 in the surveillance of patients with nonmuscle-invasive bladder cancer and negative cytology. A decision-curve analysis. Cancer 2011 Jan 10. DOI: 10.1002/cncr.25903 [Epub ahead of print, PMID: 21225855]

Alere GmbH

April 2011

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