Mirabegron: Neue Therapieoption bei Überaktiver Blase

Ab 1. Juni 2014 steht mit Mirabegron (BetmigaTM) ein völlig neues Wirkprinzip für OAB-Patienten zur Verfügung, teilt Astellas Pharma mit. Die Substanz, ein Beta-3-Rezeptor-Agonist, ist eine effektive Alternative zu Anticholinergika, ohne selbst belastende anticholinerge Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit zu verursachen.

Mirabegron wurde in Zulassungsstudien mit über 5.000 Patienten zu Sicherheit und Wirksamkeit getestet. In den USA und einigen europäischen Ländern haben Ärzte durch die frühere Markteinführung in den Jahren 2012 und 2013 bereits positive Erfahrungen in der Praxis gesammelt, so das Pharmaunternehmen.

Mirabegron wirkt agonistisch am Beta-3-Rezeptor an der Blase, der zum Sympathikus gehört. Dadurch entspannt die Blasenwandmuskulatur, die Urinspeicherung wird unterstützt. Die Blasenkapazität erhöht sich, der Harndrang wird vermindert.

Mirabegron folgt als Beta-3-Rezeptor-Agonist einem völlig neuen Wirkprinzip. Die Substanz bindet selektiv und mit hoher Affinität an die in der Harnblase vorhandenen, die Speicherung steuernden Beta-3-Rezeptoren. Die Wirksamkeit von Mirabegron wurde in den Zulassungsstudien gegenüber Placebo untersucht: Nach drei Monaten hatte Mirabegron 50mg die Anzahl der Blasenentleerungen um durchschnittlich 1,9 pro Tag reduziert, mit Placebo nur 1,3 pro Tag. Außerdem sei unter Mirabegron die Anzahl der Inkontinenz-Episoden um die Hälfte gesunken.
„Mirabegron 50mg ist in seiner Wirksamkeit auf die OAB-Symptomatik Placebo signifikant überlegen. Damit haben wir für unsere OAB-Patienten endlich eine effektive Alternative zu den Anticholinergika in der Hand“, erklärte Prof. Maximilian Burger (Regensburg) auf einem Prälaunch-Symposium der Astellas Pharma. Die Anzahl der anticholinergen Nebenwirkungen lag in den Zulassungsstudien auf Placeboniveau.

Zum Einfluss von Mirabegron auf die Kognition erklärte PD Dr. Dr. Thomas Bschleipfer, (Gießen): „Beta-Rezeptoren, welche der primäre Angriffspunkt von Mirabegron sind, finden sich auch im Gehirn. Ihre Aktivierung scheint jedoch entsprechend präklinischer Studien eher zu einem antidepressiven / Antistress-Effekt und zu einer Verbesserung der Kognition zu führen. Kognitive Einschränkungen scheinen daher eher unwahrscheinlich. Bislang fehlen hierzu jedoch noch entsprechende klinische Daten.“
Prof. Oliver Reich (München) hat in seiner Ambulanz seit der europäischen Zulassung der Substanz bereits mehrere Patienten mit Mirabegron therapiert. Die Patienten berichteten über deutlich weniger anticholinerge Nebenwirkungen. Auch die mahlzeitenunabhängige Einmalgabe könnte die Compliance bei der Behandlung der Überaktiven Blase deutlich verbessern.

Quelle: Astellas Pharma GmbH

Juni 2014

fusszeile

 
       © 2003-2017 pro-anima medizin medien  –   impressum   –  mediadaten  –   konzeption