Hypogonadismus
Gesundheit im Alter: Testosteronmangel als Risikofaktor


Erniedrigte Testosteronspiegel sind ein Marker für einen schlechten Gesundheitszustand. Ein nachweislicher Mangel geht einher mit einer erhöhten kardiovaskulären Morbidität und Mortalität. Der Ausgleich des Defizits beeinflusst viele der bekannten Risikofaktoren positiv: viszerale Adipositas, Insulinresistenz, Hypercholesterinämie, Hypertonie und Inflammation.

Bei jungen hypogonadalen Patienten ist der Nutzen einer Testosterontherapie gut belegt. Bei älteren Männern ist dies noch nicht in allen Punkten klar. Sowohl eine Unter- als auch Übertherapie dürfte in dieser Gruppe ungünstig sein. Mehrheitlich sprachen sich die Referenten beim „Men´s Health Forum“ von Besins Healthcare und DR. KADE/BESINS in Berlin für eine individuelle Titration auf mittlere Werte des Normalbereichs (15 bis 20 nmol/l) aus. Dies ist einfach und komfortabel mit einer Gelform (etwa Androtop® Gel) zu erreichen.

Testosteron steigert Insulinsensitivität

Ein direkter Effekt von Testosteron auf die Insulinsensitivität ist bei hypogonadalen Diabetikern dokumentiert. Infolge der besseren glykämischen Kontrolle verstarben in der Testosterongruppe nach sechsjähriger Therapie deutlich weniger Patienten als im nicht-substituierten Kollektiv. Prof. Emmanuele Jannini (L´Aquila) forderte deshalb die Bestimmung von Testosteron in allen klinischen Situationen mit erhöhter Insulinresistenz (metabolisches Syndrom, Diabetes Typ 2, Übergewicht und Adipositas). Er riet zur Titration auf mittlere Normwerte und empfahl dazu die Gelform. Ebenso wie Professor Hugh Jones (Sheffield) wertete Jannini die Testosterongabe als antidiabetische Behandlung. Erste Effekte sind nach zwölf bis 16 Wochen objektivierbar, nach einem Jahr ist ein stabiler Maximaleffekt erreicht. Vier Interventionsstudien belegen die deutlich verbesserte Blutzuckerkontrolle (HOMA-Index, HbA1c) sowie eine Normalisierung des Lipidstoffwechsels.

Ein Ausweg aus dem Teufelskreis

Beim metabolischen Syndrom verstärkt sich der Testosteronmangel mit steigender Zahl der Einzelkomponenten. Die konsekutive zentrale Adipositas verschlechtert das Androgendefizit weiter, so Prof. Michael Zitzmann (Münster). „Der Patient ist in einem Teufelskreis gefangen, weil bei niedrigem Testosteron zudem der Antrieb fehlt, Maßnahmen zur Gewichtsreduktion zu ergreifen“. Eine Testosterontherapie wirkt aktivierend und fördert den viszeralen Fettabbau: Mesenchymale Stammzellen differenzieren unter Androgenen zu Muskel- anstatt zu Fettzellen, was auch für das penile Gewebe gilt, wie Prof. Aksam Yassin (Hamburg) ausführte. Etwa die Hälfte der hypogonadalen Patienten mit Erektionsproblemen (ED) reagiert auf Testosteron innerhalb von drei bis sechs Monaten. Oft wirken dann auch PDE5-Hemmer nach initialem Therapieversagen. Bei milden Symptomen rät Dr. Giovanni Corona (Bologna) zuerst zur Gewichtsabnahme.

Androgenmangel: Übergewicht schlimmer als Alter

Abnehmen ist auch die Erstmaßnahme bei Adipösen mit Altershypogonadismus, erklärte Professor Frederick Wu (Manchester). „Die Wirkung einer Testosterontherapie muss sich an der Effizienz dieser Intervention messen lassen“, erklärte der Leiter der European Male Aging Study (EMAS) mit über 3 000 Männern. Hier wirkte sich eine Zunahme des Gewichts stärker auf den Testosteronspiegel aus als das Alter: Bereits Veränderungen um fünf Prozent haben Konsequenzen. Das freie Testosteron dagegen wird erst bei Zu- oder Abnahme um zehn Prozent beeinflusst.

Quelle: Symposium „Men´s Health Forum on Testosterone Replacement Therapy: Prevention or Cure?“ am 29.-30. November 2013 in Berlin. Veranstalter: Besins Healthcare & DR. KADE/BESINS

Januar 2014

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