Leitlinien-Empfehlungsgrad A für Radium-223-dichlorid für CRPC-Patienten mit symptomatischen Knochenmetastasen

Mittlerweile stehen für Männer mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom mehrere Therapieoptionen mit unterschiedlichen pharmakologischen Ansatzpunkten zur Verfügung. Die größte Herausforderung stellt dabei immer noch die Behandlung von Knochenmetastasen dar. Denn bei etwa 90% der Patienten liegen solche Metastasen vor, die mit erheblichen Komplikationen und einer deutlich gesteigerten Mortalität verbunden sind. Welche Behandlungsstrategien Erfolg versprechend sind, darüber berichteten internationale Experten auf einem Symposium und einer Pressekonferenz von Bayer während des 29. Kongresses der European Association of Urology (EAU) in Stockholm, Schweden.

Knochenmetastasen sind nicht nur die hauptsächliche Ursache für einen Karzinom-bedingten Tod, sondern sie verursachen auch symptomatische Komplikationen (SSEs: Symptomatic Skeletal Events) wie Schmerzen (80%), pathologische Frakturen (10%), Kompressionen des Rückenmarks (15 %) sowie Behinderungen und häufigere Krankenhauseinweisungen, sagte Professor Kurt Miller, Berlin. Knochenmetastasen bedeuten eine erhöhte Morbidität und Mortalität sowie gesteigerte Behandlungskosten. Bisher waren Analgetika und palliative Optionen wie externe Radiotherapie, Beta-strahlende Radionuklide, Bisphosphonate und Denosumab die einzigen Therapiemöglichkeiten bei Knochenschmerzen.

Seit einigen Monaten steht erstmals eine auf Knochenmetastasen gerichtete Therapie mit Überlebensvorteil zur Verfügung. Mit der Einführung von Radium-223-dichlorid (Xofigo®) zur Behandlung von Erwachsenen mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom (CRPC), symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen können nicht nur die Schmerzen reduziert, sondern auch das Leben der Patienten verlängert werden. Das Radiopharmazeutikum wird in Bereiche mit Knochenmetastasen eingebaut, wo die hoch-energetischen Alpha-Partikel zu Doppelstrangbrüchen der DNA angrenzender Tumorzellen führen.

Dass die Therapie mit Radium-223-dichlorid effektiv ist, zeigte sich in der placebo-kontrollierten Studie ALSYMPCA, so Miller weiter. Darin wurde das Gesamtüberleben gegenüber Placebo signifikant um 3,6 Monate verlängert [1], was eine 30-prozentige Risikoreduktion für Tod bedeutet. Die mediane Zeit bis zum ersten SSE konnte mit Xofigo® ebenfalls signifikant um 5,8 Monate verzögert werden. Des Weiteren wurde unter der Therapie mit dem Radiopharmazeutikum die Lebensqualität signifikant gesteigert.

Aufgrund dieser Ergebnisse hat vor kurzem die EAU Radium-223-dichlorid mit dem höchsten Empfehlungsgrad A in ihre Leitlinien [2] zur Therapie des CRPC aufgenommen, betonte Professor Manfred Wirth, Dresden. Demnach wird das Radiopharmazeutikum bei Knochenmetastasen wegen des Nutzens bezüglich des Gesamtüberlebens, der Lebensqualität und der Schmerzreduktion empfohlen. Und das NCCN (National Comprehensive Cancer Network), eine Allianz der weltweit führenden Krebszentren, empfiehlt in einem einheitlichen Konsens die Therapie mit Radium-223-dichlorid bei CRPC mit symptomatischen Knochenmetastasen entweder vor oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel [3]. Gegenwärtig befinden sich Kombinationstherapien, beispielsweise mit Abirateron, in der klinischen Prüfung.

"Durch die Einführung des Radiopharmazeutikums werden die Behandlungsmöglichkeiten des mCRPC erweitert", sagte Professor Joe O’Sullivan, Belfast, Nordirland. "Xofigo® bietet durch sein einzigartiges Wirkprinzip einen neuen, maßgeschneiderten Therapiestandard für diejenigen CRPC-Patienten, die symptomatische Knochenmetastasen entwickelt haben. Dabei ist die Verringerung der Knochenschmerzen als wesentlicher Marker für die Effektivität dieser Therapie anzusehen."

Für Fragen von Patienten und Fachkreisen hat Bayer eine Hotline eingerichtet:
Bayer Medinfo Onkologie, Rufnummer: 0800-22 96 656.

Literatur:
[1] Parker C et al. 2013. N Engl J Med 369:213-223
[2] Heidenreich A et al. 2014. Eur Urol 65:467-479
[3] Mohler J et, al. 2013. J Natl Cancer Netw 2013 ; 11 :1471-1479

Quelle: Bayer Healthcare GmbH

Mai 2014

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