Aktuelle Studie: Additive Misteltherapie kann Nebenwirkungen einer Krebstherapie mit monoklonalen Antikörpern verringern

Die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen der Krebstherapie mit monoklonalen Antikörpern kann durch die additive Gabe von Mistelpräparaten deutlich verringert werden. Dies hat ein Forschungsteam um den Berliner Arzt Dr. med. Friedemann Schad in einer Studie herausgefunden, die kürzlich in der Zeitschrift Integrative Cancer Therapies veröffentlicht wurde.

Studiendesign:
Ziel der Studie war die Ermittlung der Häufigkeit unerwünschter Ereignisse im Verlauf einer Kombinationstherapie von Mistelpräparaten mit monoklonalen Antikörpern. Es handelt sich um eine retrospektive Kohortenstudie mit 56 Patienten (medianes Alter: 65 Jahre), die die Kombinationstherapie (n=43), oder für mindestens einen Monat – vor oder nach der Kombinationsphase - auch eine Misteltherapie (n=12) oder eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern (n=8) erhielten. Die Dauer der Kombinationstherapie betrug je nach Behandlungsgruppe im Median zwischen 3,5 und 7,9 Monate. Die Analysen wurden mit den Daten des Netzwerks Onkologie durchgeführt, einem Zusammenschluss von Kliniken, Ambulanzen und Arztpraxen mit dem Ziel der strukturierten Erfassung aller diagnostischen Tumordaten und der im Laufe einer Tumorerkrankung durchgeführten Therapien. Die Misteltherapie wurde als intravenöse Infusion verabreicht. Geprüft wurden Patienten, die die Mistelpräparate Helixor® A, Helixor® M und Helixor® P des Herstellers Helixor Heilmittel GmbH erhielten.

Ergebnis:
Es traten bei 61 Prozent aller Patienten insgesamt 142 Nebenwirkungen auf. Die höchste Frequenz wurde in der Gruppe mit zeitweise ausschließlicher Antikörpertherapie beobachtet (63 Prozent der Patienten betroffen), gefolgt von der Gruppe, die die Kombinationstherapie erhielten (56 Prozent der Patienten). Die geringste Nebenwirkungsrate wies die Gruppe mit zeitweiser Mistelmonotherapie auf (42 Prozent). Die Prüfung der Häufigkeit der Nebenwirkungen in den verschiedenen Therapiephasen ergab die höchste Rate (32 Prozent) während der Antikörpertherapie. Wenn zusätzlich eine Misteltherapie erfolgte, verringerte sich die Häufigkeit auf 21 Prozent. Die geringste Rate fand sich in der Phase, in der nur eine Misteltherapie erfolgte (6 Prozent). Somit traten Nebenwirkungen im Rahmen der Kombinationstherapie deutlich seltener auf als während der Behandlung mit monoklonalen Antikörpern. Laut einem longitudinalen multivariablen GEE-Modell der Autoren, welches multiple Beobachtungen pro Patient berücksichtigt, ist die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens von Nebenwirkungen bei der ausschließlichen Behandlung mit monoklonalen Antikörpern fünfmal höher als bei einer Kombinationstherapie.

Fazit:
„Das Besondere dieser Arbeit ist, dass hier zum ersten Mal überhaupt die Kombination von monoklonalen Antikörpern und Misteltherapie systematisch untersucht wurde“ sagt Dr. med. Christfried Preußler, Teamleiter Medizinische Beratung/Medizinische Wissenschaft bei Helixor.
„Die Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass die gleichzeitige Anwendung von Mistel und monoklonalen Antikörpern sicher ist und darüber hinaus das Auftreten von Nebenwirkungen gegenüber der alleinigen Therapie mit monoklonalen Antikörpern deutlich verringern kann. Diese Arbeit unterstreicht den Stellenwert der Misteltherapie auch im Kontext der aktuellen onkologischen Therapien.“

Schad F, et al. 2017. Safety of Combined Treatment With Monoclonal Antibodies and Viscum album L Preparations. Integrative Cancer Therapies I-II 2016: 1-11.

Quelle: Helixor Heilmittel GmbH



Juli 2017

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