Testosterontherapie bei Hypogonadismus
Mit einer Frage den adipösen Mann gewinnen


Der adipöse Mann geht wenn, dann nur ungern zum Arzt. Er hört, was er schon weiß: Er ist zu dick. Und erhält den Rat, den er schon kennt: abnehmen. Er verlässt die Praxis unzufrieden. Eine einzige Frage könnte diesen Ablauf völlig ändern: „Viele übergewichtige Männer haben Schwierigkeiten, eine Erektion zu erzielen und aufrechtzuerhalten. Ist das ein Problem für Sie?“

Besteht bei Übergewicht und Erektionsstörungen auch ein Testosteronmangel, wird der Patient die Praxis mit einem Rezept und der Perspektive auf eine deutlich gesteigerte Lebensqualität verlassen, anstelle von ungeliebten Ratschlägen zum gesunden Lebensstil, so Professor Geoffrey Hackett aus Sutton beim PRISM/ICMH International Congress on Men´s Health in Warschau. „Im Grunde seines Herzens wäre jeder Mann gerne ein Held. Vor allen Dingen im Bett.“ Mit der Aussicht auf ein gutes Sexualleben steigt die Motivation für aktive Prävention. Auf diese Strategie setzt der Experte auch bei Patienten mit metabolischem Syndrom, Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2 (DMT2) und anderen Erkrankungen, bei denen ein symptomatischer Hypogonadismus abzuklären ist.

Wichtig ist das Gefühl, man(n) fühlt sich besser

Patienten mit symptomatischem Hypogonadismus profitieren von einem Ausgleich des Hormonmangels – unabhängig davon, ob er Ursache oder Folge ist. Vorrangig sind die Komorbiditäten zu therapieren. Eine flankierende Testosterongabe bessert bei fehlenden Kontraindikationen die metabolischen Parameter, die eingeschränkte Sexualfunktion, die Stimmung und die Lebensqualität.

Testosteron verbessert Sexualfunktion

Die verbesserte Sexualfunktion ist bei gesichertem Testosteronmangel gut belegt. Patienten mit ausgeprägtem Defizit (<8 nmol/l T) profitieren dabei stärker, so Dr. Herman Leliefeld aus Utrecht. Ein etwas geringerer Effekt ist bei Diabetikern mit irreversiblen vaskulären Schäden zu erwarten.

Hypogonadale Diabetiker sterben früher

Diabetiker stellen mit 42 Prozent die Gruppe mit der höchsten Prävalenz eines Testosteronmangels, erläuterte Prof. Hugh Jones aus Sheffield. Ohne Hormonausgleich war eine erhöhte Mortalität zu beobachten [1]: Innerhalb von 5,8 Jahren verstarben doppelt so viele hypogonadale Diabetiker (20%) im Vergleich zu eugonadalen und substituierten Patienten (9,0 bzw. 8,6%), zeigte eine retrospektive Studie mit 587 Diabetikern. In einer anderen Studie verbesserten sich unter der Testosterongabe langfristig gestörte metabolische Parameter (Insulinresistenz, HbA1c, Dyslipidämie) [2].

Männer votieren nach subjektivem Nutzen

„Wichtig für die Männer sind nicht Labor-Parameter, sondern dass es ihnen fühlbar besser geht“, betonte Hackett. „Zur Therapietreue tragen subjektiv sicher viele kleine positive Veränderungen im täglichen Leben bei, etwa die verlängerte Gehstrecke, die gesteigerte Vitalität und die verbesserte Stimmung sowie die verbesserte Sexualfunktion, die in den T-Trials [3] mit Testosteron-Gel gezeigt wurden.“

Optimiertes Gel im Dosierspender

Bei der optimierten transdermalen Therapie ist mit einem höher konzentrierten Gel im Dosierspender (Testogel® Dosiergel 16,2 mg/g) bei kleinerer Auftragungsfläche eine genaue Dosistitration möglich. Empfohlen werden ein bis vier Dosierhübe morgens, entsprechend 1,25 bis 5 g Gel (20,25 bzw. 81 mg Testosteron). Bei 82 Prozent der Patienten wurde in der klinischen Hauptstudie [4] am Tag 182 dabei ein Wert im Normbereich (18,7±8,3 nmol/l) erreicht. Zum Aufbringen des Dosiergels werden nur noch Schultern und Oberarme empfohlen. Vom Bauchbereich wird abgeraten, weil hier im Vergleich deutlich geringere Testosteron-Werte im Blut erzielt werden [5], erläuterte Dr. Jean-Paul Deslypere vom Unternehmen BESINS Healthcare.

Quelle: PRISM/ICMH International Congress on Men´s Health, 6.-7. Oktober 2017, Warschau

Literatur:
[1] Muraleedharan V et al., Eur J Endocrinol 2013;166 :725-733
[2] Hackett G et al., J Sex Med 2014; 11:840
[3] Snyder et al., NEJM 2016;374(7):611
[4] Kaufman JM et al., J Sex Med 2011;8:2079–2089
[5] Miller J et al., Endocrine Practice 2011;17(4):574


DR. KADE / BESINS Pharma GmbH, Berlin

November 2017

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