PSA-Anstiegsgeschwindigkeit nach vorausgegangener negativer Biopsie

Die Erhöhung des PSA-Spiegels pro Zeitintervall wurde verschiedentlich als Marker propagiert, um bei der Diagnose von Prostatakrebs zu helfen. Diesbezüglich wurde in einer aktuellen Studie untersucht, ob die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit geeignet ist, bei Männern, deren PSA-Spiegel nach einer Prostatabiopsie mit negativem Befund weiterhin anhaltend erhöht ist, auf das Ergebnis einer erneuten Biopsie schließen zu können.

Die Daten für die Analyse stammen von Teilnehmern der European Randomized Screening study of Prostate Cancer der Sektionen Göteborg und Rotterdam, die sich nach einer initialen Prostatabiopsie mit negativem Befund einer oder mehrerer Rebiopsien unterzogen hatten.

In 363 (14%) von 2 579 Rebiopsien wurde Prostatakrebs diagnostiziert. In 44 (1,7%) der Fälle handelte es sich um „high grade“-Tumoren (Gleason Score 7 oder darüber). Bei Männern mit positivem Biopsiebefund lagen der PSA-Spiegel und die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit im Mittel nur geringfügig höher als bei den Männern mit negativem Biopsiebefund. Die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit hatte hinsichtlich der Detektion „herkömmlicher“ Prostatakarzinome nur eine geringe prädiktive Genauigkeit von zweifelhaftem klinischem Wert. Für „high-grade“-Tumore schien der prädiktive Wert jedoch höher zu liegen.

Nach einer Prostatabiopsie mit negativem Ergebnis haben Männer ein verrigertes Risiko, bei einer folgenden Biopsie mit der Diagnose Prostatakrebs konfrontiert zu werden. Die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit erwies sich als wenig effektiver Prädiktor des Ergebnisses einer Rebiopsie.
Vickers AJ, Wolters T, Savage CJ, et al. 2010. Prostate specific antigen does not aid prostate cancer detection in men with prior negative biopsy. J Urol 184:907-912.

September 2010 red.drucken
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