Metastasierter kastrationsresistenter Prostatakrebs:
Tasquinimod bei Patienten mit minimal symptomatischer Krankheit


Die Behandlungsoptionen für Männer mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakrebs (CRPC) konnten in den letzten Jahren erweitert werden. Dennoch besteht weiterhin Bedarf für innovative therapeutische Strategien. Diesbezüglich wurde die Aktivität von Tasquinimod (TASQ) in einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-II-Studie geprüft.

Tasquinimod ist ein orales Chinolin-3-Carboxamid-Derivat, mit antiangiogenen Eigenschaften, das in humanen Prostatakrebsmodellen das Tumorwachstum inhibiert. In der aktuellen Prüfung wurden 134 Patienten einmal täglich mit TASQ (0,25 mg/d über 4 Wochen auf ansteigend 1 mg/d) und 67 entsprechend mit Placebo behandelt.



Nach sechs Monaten waren in der TASQ-Gruppe 69% der Patienten progressionsfrei, gegenüber 37% in der Placebo-Gruppe. Das progressionsfreie Überleben betrug im Gesamtkollektiv 7,6 gegenüber 3,3 Monaten. Bei Männern, deren Tumor anfangs nur in die Knochen metastasiert hatte, belief sich das progressionsfreie Überleben unter TASQ auf 12,1 Monate und unter Placebo auf 5,4 Monate (Abb.).

Unerwünschte Ereignisse überwogen in der TASQ-Gruppe. Toxizitäten (Grad 3 bis 4) und asymptomatische Erhöhungen von Laborparametern traten bei 40% der TASQ- und bei 10% der Placebo-anwendenden Patienten auf.



Unter der Behandlung mit TASQ verzögerte sich die Progression bei Männern mit minimal symptomatischem CRPC gegenüber Placebo um median 4,3 Monate.

Diese Aktivität ist vergleichbar mit der anderer Therapieregime. Bemerkenswert ist indes die Anwendung bei Chemotherapie-naiven Patienten und die geringe Toxizität aufgrund schrittweiser Dosiseskalation.

Pili R, Gäggman M, Stadler WM, et al. 2011. Phase II randomized, double-blind, placebo-controlled study of tasquinimod in men with minimally symptomatic metastatic castrate-resistant prostate cancer. J Clin Oncol 29:4022-4028.

Januar 2012 red.drucken
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