„Active Surveillance” auch bei Prostata-krebs mit intermediärem Risikoprofil

Aktive Überwachung „Active Surveillance“ gilt vielerorts als Option für anfängliches Vorgehen bei frühem Prostatakrebs. Aktuell wurde untersucht, welches Ergebnis Männer mit einem höheren Risikoprofil zu gewärtigen haben, die sich für dieses Vorgehen entscheiden.

Prostatakrebs-Patienten mit einem intermediärem Risikoprofil hatten einen Cancer of Prostate Risk Assessment (CAPRA) Score 3 bis 5 – einer validierten Definition für intermediäres Risiko – oder einen niedrigeren CAPRA Score bei einem Tumor mit dem Gleason Score 3 + 4. Von 476 beobachteten Männern waren 376 mit niedrigem Risiko (Gruppe 1) und 90 mit intermediärem Risiko (Gruppe 2) eingestuft worden. In Relation zur Gruppe 1 hatten die Männer in Gruppe 2 ein höheres


Durchschnittsalter, einen höheren mittleren PSA-Spiegel und mehr positive Stanzbefunde. Die mediane Nachbeobachtungszeit in Gruppe 1 und 2 betrug 47 Monate vs. 51 Monate.

Bei intermediärem Risiko hatten die Männer gegenüber Männern mit niedrigem Risiko eine höhere PSA-Anstiegsgeschwindigkeit (im Mittel 0,32 vs. 0,14 ng/ml/Jahr). Der Unterschied war allerdings nicht signifikant. Hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens – definiert als kein Upgrading, keine PSA-Verdoppelungszeit 2 Jahre und keine aktive Therapie – bestand zwischen beiden Risikogruppen kein Unterschied. Nach vier Jahren waren 54% der Männer mit niedrigem Risiko und 61% der Männer mit intermediärem Risiko progressionsfrei (Abb.).

Auch ausgewählte Prostatakrebs-Patienten mit intermediär einzustufendem Risikoprofil werden von den Autoren als mögliche Kandidaten für „active Surveillance“ erachtet, da bei ihnen nicht unbedingt ein höheres Progressionsrisiko gegeben ist.

Zugrunde liegt das Bestreben, Überbehandlungen von Patienten, bei deren Krankheit kaum mit der Progression zum fortgeschrittenen Prostatakarzinom zu rechnen ist, weiter zu reduzieren.

Cooperberg MR, Cowan JE, Hilton JF, et al. 2011. Outcomes of active surveillance for men with intermediate-risk prostate cancer. J Clin Oncol 29:228-234.

Februar 2011 red.drucken
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