Prostatakrebs
Protektive Wirkung von Statinen?


Verschiedentlich wurde über eine protektive Wirkung von Statinen vor fortgeschrit-tenem Prostatakrebs berichtet, doch die Studienlage insgesamt ist uneinheitlich. Zur Klärung der Situation, die bei einem positiven Zusammenhang klinisch höchst bedeutsam wäre, wurde an einer großen Population die Verbindung von Statinen wie auch von verschiedenen Lipidparametern und der Inzidenz pathologisch bestätigter Prostatakrebs-Diagnosen analysiert.

Mit Daten der Veterans Affairs New England Healthcare System von 55.875 Männern, die entweder Statine oder antihypertensive Medikamente (Referenzgruppe) einnehmen, wurde die Inzidenz von Prostatakrebs bei beiden Anwendergruppen verglichen.

Von den Patienten der Statin-Gruppe entwickelten 359 von 41.078 Männer (0,9%) ein Prostatakarzinom, während es in der Referenzgruppe 187 von 14.797 Männern (1,3%) waren. Statin-Anwender hatten im Vergleich zu Männern mit antihypertensiver Medikation ein um 31% geringeres Risiko, ein Prostatakarzinom zu entwickeln. Für „low-grade“-Tumoren betrug die Risikoreduktion 14% und für „high-grade“-Tumoren 60% gegenüber der Einnahme von Antihypertensiva. Darüber hinaus bestand eine inverse Korrelation zwischen der Statin-Dosis, die nach einem Jahr erreicht wurde und der Inzidenz von „high-grade“-Prostatakrebs.

Ferner wurde eine direkte Beziehung des Spiegels an Gesamtcholesterin zu Beginn der Studie zum Risiko für „high-grade“-Prostatakrebs beobachtet. Dieses Risiko stieg bei jeder Erhöhung des Cholesterinspiegels um 10 mg/ml um jeweils 2% an. In der höchsten Quartile des Gesamtcholesterinspiegels hatten die Patienten ein um 45% erhöhtes allgemeines Prostatakrebsrisiko und ein um 204% erhöhtes Risiko für „high-grade“-Prostatakrebs. Für die höchste Quartile des LDL-Cholesterins betrugen die entsprechenden Risikoerhöhungen 58% bzw. 154%.

Bei Männern, die Statine einnehmen, wurde ein signifikant erniedrigtes Risiko für Prostatakrebs insgesamt und insbesondere für „high-grade“-Tumoren ermittelt.

Andererseits sind diese Risiken für Männer mit einem erhöhten Spiegel an Gesamtcholesterin geringfügig, aber statistisch signifikant erhöht.

Farwell WR, D´Avolio LW, Scranton RE, et al. 2011. Statins and prostate cancer diagnosis and grade in a veterans population. J Natl Cancer Inst 103:885-892.

Juni 2011 red.drucken
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