Kolorektales Krebsrisiko bei Prostatakrebs-Patienten unter Androgendeprivation

Anhand der Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER)-Medicare Datenbank wurden 107.859 Männer identifiziert, bei denen zwischen 1993 und 2002 Prostatakrebs diagnostiziert worden war. Deren Daten wurden nach Fällen durchforstet, in denen sich zudem ein kolorektales Karzinom entwickelt hatte.

Die Inzidenzrate von kolorektalem Krebs war bei orchiektomierten Männern am höchsten (6,3 pro 1.000 Personenjahre), gefolgt von Männern, die mit einem GnRH-Agonisten therapiert worden waren (4,4 pro 1.000 Personenjahre) und Männern ohne ADT (3,7 pro 1.000 Personenjahre). Mit zunehmender Dauer einer ADT erhöhte sich das kolorektale Krebsrisiko für Prostatakrebs-Patienten nach Korrekturen für verschiedene Tumorcharakteristika statistisch signifikant (p=0,010).

Für die Behandlung mit einen GnRH-Agonisten ergab sich im Vergleich zu keiner ADT ein deutlich erhöhtes Risiko für kolorektalen Krebs (Hazard Ratio [HR] 1,31, 95% CI 1,12-1,53). Gleiches galt für orchiektomierte Patienten (HR 1,37, 95% CI 1,14-1,66).

Für Prostatakrebs-Patienten erhöht sich unter einer Androgendeprivationstherapie das Risiko für kolorektalen Krebs. Dieses Risiko stieg mit zunehmender Dauer der Androgendeprivation signifikant an.
Gillessen S, Templeton A, Marra G, et al. 2010. Risk of colorectal cancer in men on long-term androgen deprivation therapy for prostate cancer. J Natl Cancer Inst Nov 10. [Epub ahead of print].

Dezember 2010 red.drucken
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