High-risk Prostatakrebs:
Stratifizierung nach prognostischen Kategorien


Prostatakrebs (PCa) bei Patienten mit einem PSA-Wert >20 ng/ml, einem GS 8–10 oder einem klinischen Stadium T3 wird als high-risk PCa eingestuft. Allerdings ist high-risk PCA eine äußerst heterogene Krankheit. Diesbezüglich wurde ein prognostisches Modell für PCa-spezifisches Überleben auf der Basis von Kombinationen ungünstiger Risikofaktoren entwickelt.

Die Analyse wurde mit Daten von 1.360 Patienten aus acht Zentren durchgeführt. Bei den Männern war ein high-risk PCa diagnostiziert und mit retropubischer radikaler Prostatektomie einschließlich pelviner Lymphadenektomie behandelt worden. In zwei multivariaten Cox-Regressionsmodellen wurde die progressive Bedeutung der dichotomisierten Risikofaktoren (PSA: >20 vs. 20 ng/ml, klinisches Stadium: Im erweiterten Modell mit sieben Prognosesubgruppen (alle möglichen Kombinationen) zeigte sich eine unterschiedliche Gewichtung der drei dichotomisierten Risikofaktoren für das PCa-spezifische Überleben. Der GS 8-10 war am relevantesten (Hazard Ratio [HR]: 3,12, gefolgt von PSA >20 ng/ml (HR: 2,26) und Stadium cT3-4 (HR: 1,98).

Das vereinfachte Modell mit guter (PSA: >20 ng/ml, oder Stadium: cT3-4 oder GS: 8-10), intermediärer (PSA: >20 ng/ml und Stadium: cT3-4) und schlechter Prognose (GS: 8-10 mit entweder PSA: >20 ng/ml und/oder Stadium: cT3-4) erreichte an prognostischer Genauigkeit in etwa die des erweiterten Modells (Abb.). Die Raten des 5- und 10-Jahre PCa-spezifischen Überlebens betrugen in der guten, intermediären und schlechten Prognosegruppe 98,7% und 95,4%, 96,5% und 88,3% bzw. 88,8% und 79,7%.

Es wird eine anschauliche und anwenderfreundliche Stratifizierung des high-risk PCa in drei Prognosegruppen vorgestellt. Anhand des Modells wird die Patientenberatung und die Entscheidungsfindung im prätherapeutischen Umfeld erleichtert.
Joniau S, Briganti A, Gontero P, et al. 2015. Stratification of high-risk prostate cancer into prognostic categories: a European multi-institutional study. Eur Urol 67:157-164.

Januar 2015 red.drucken
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