Effekt von NSAID und Statinen auf den PSA-Spiegel

Chronische intraprostatische Entzündungsprozesse spielen epidemiologischen Daten zufolge eine Rolle in der Ätiologie von Prostatakrebs. In diesem Zusammenhang gibt es uneinheitliche Befunde, wonach Aspirin, andere nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID) und Statine das Risiko für Prostatakrebs und dessen Progression verringern. Dem wurde bei Männern mit neu diagnostiziertem Prostatakrebs durch Messung des PSA-Spiegels sowie der PSA-Anstiegsgeschwindigkeit nachgegangen.

Aus 140 Teilnehmern einer Prostatakrebs-Präventionsstudie mit Selen, bei denen ein Prostatakrebs neu diagnostiziert worden war, wurden die Anwender von Aspirin, anderen NSAID wie auch Statinen identifiziert und Verbindungen zum PSA-Spiegel bei der Diagnosestellung und der PSA-Anstiegsgeschwindigkeit im Verlauf eines Follow-up von 3,2 Jahren analysiert.

Im Studienkollektiv gaben 35,7% der Männer an, aktuell Aspirin einzunehmen. Die Anwender von anderen NSAID oder Statinen waren mit 14,3% bzw. 19,3% geringer vertreten. Bei den Aspirin-Anwendern waren die Ausgangs-PSA-Spiegel signifikant niedriger als bei Nicht-Anwendern (5,17 ng/ml vs. 7,58 ng/ml, p=0,001). Gesondert nach Männern, die in ihrem Leben nie oder jemals Raucher waren, bestand ein statistisch signifikanter Zusammenhang nur bei den Niemals-Rauchern. Die Einnahme von NSAID oder Statinen hatte keinen Einfluss auf den PSA-Spiegel (baseline). Für alle Medikamente war die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit bei den Anwendern gegenüber den Nicht-Anwendern insignifikant verringert.

Die Einnahme von Aspirin hatte insbesondere bei Männern, die in ihrem Leben nie geraucht hatten, einen PSA-senkenden Effekt.

Die Ergebnisse berechtigen allerdings nicht zu der Schlussfolgerung, dass Aspirin hinsichtlich der Entwicklung von Prostatakrebs protektiv wirkt. Sie bestätigen aber frühere Befunde, wonach Aspirin die akkurate Bestimmung der Serum-PSA-Konzentration beeinträchtigen kann.

Algotar AM, Thompson PA, Ranger-Moore J, et al. 2010. Effect of aspirin, other NSAIDs, and statins on PSA and PSA velocity. Prostate 70:883-888.

Dezember 2010 red.drucken
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