Prostatakarzinom Gleason Score 6:
Prädiktoren einer ungünstigen Pathologie bei Kandidaten für Active Surveillance


Bei Prostatakrebs-Patienten bestand in zahlreichen Studien eine nicht unerhebliche Diskrepanz zwischen dem aus der Biopsie und dem bei der radikalen Prostatektomie ermittelten Gleason Score. Es ist davon auszugehen, dass ein Upgrading des Gleason Score bei etwa einem Drittel der Tumoren mit dem bei der Biopsie dokumentierten Gleason Score 5-6 stattfindet. In einer bevölkerungsbasierten Kohorte wurden Patienten mit Prostatakrebs Gleason Score 6, die Kandidaten für Active Surveillance waren, Prädiktoren für ein Upgrading und Upstaging analysiert.

Aus dem schwedischen nationalen Krebsregister wurden 13.159 Männer identifiziert, die zwischen 2007 und 2011 mit einem T1c/T2 Prostatakarzinom Gleason Score 6 diagnostiziert worden waren. Von ihnen unterzogen sich 4.500 der radikalen Prostatektomie. Angaben zum Ausmaß des Prostatakrebses in den Biopsiestanzen lagen von 2 205 Männern vor.

Bei der radikalen Prostatektomie stellte sich bei 50% der Männer ein nachteiliger pathologischer Befund heraus. Auch von den Patienten, die bei sechs verschiedenen Active-Surveillance-Protokollen die Aufnahmekriterien in erfüllten lagen die jeweiligen Anteile negativer Pathologie zwischen 33% und 45%. Bei allen dieser Programme erwies sich eine PSA-Dichte >0,15 ng/ml/cm3 als signifikanter Prädiktor für eine negative Pathologie.

Die univariate Analyse ergab höheres Alter, geringes Prostatavolumen, höherer PSA-Spiegel, höhere PSA-Dichte, klinisches Stadium T2 (vs. T1c) und eine größere Anzahl positiver Biopsiestanzen als Prädiktoren für eine negative Pathologie. In der multivariaten Analyse waren höheres Alter, ein Prostatavolumen <40 ml, ein höherer PSA-Wert, das klinische Stadium T2, eine PSA-Dichte >0,15 ng/ml/cm3 und sechs oder mehr positive Stanzen signifikante Prädiktoren einer Höherstufung bei der Pathologie.

Mehr als ein Drittel der Prostatakrebs-Patienten, auf die die stringentesten Auswahlkriterien für Active Surveillance zutrafen, hatten bei der radikalen Prostatektomie eine ungünstige Pathologie.

In Active-Surveillance-Programmen – so die Untersucher – sollten auch die PSA-Dichte und die Ausdehnung des Krebses Berücksichtigung finden.

Vellekoop A, Loeb S, Folkvaljon Y, Stattin P, 2014. Population based study of predictors of adverse pathology among candidates for active surveillance with Gleason 6 prostate cancer. J Urol 191:350-357.

Februar 2014 red.drucken
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