Mit Sorafenib weniger Hirnmetastasen beim Nierenzellkarzinom

In der multizentrischen Phase-III-Studie Treatment Approaches in Renal Cancer Global Evaluation Trial (TARGET) wurden


Patienten mit nicht resektierbarem und/oder metastasiertem Nierenzellkarzinom randomisiert einer Behandlungsgruppe mit oder einer Placebogruppe zugewiesen. In einer Subpopulation der Studie sollte retrospektiv die Inzidenz von Hirnmetastasen in beiden Gruppen verglichen werden.

Die Inzidenz von Hirnmetastasen bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom beträgt ca.10% bis 20%.

Die Daten von 139 Patienten aus zwei TARGET-Zentren wurden retrospektiv bezüglich des Auftretens von Hirnmetastasen ausgewertet. Das einzige Auswahlkriterium für die aktuelle Subanalyse war die Zugehörigkeit zu einem der beiden Zentren.

Nach einem medianen Follow-up von 19,3 Monaten hatten sich bei 7% der Patienten Hirnmetasasen gebildet. Die Gesamtinzidenz von Hirnmetastasen betrug in der mit Sorafenib behandelten Gruppe 3% (2 von 70 Patienten) gegenüber 12% (8 von 69 Patienten) in der Placebogruppe. Die Inzidenz war jeweils auch nach einem und zwei Jahren in der Sorafenib-Gruppe signifikant niedriger.

Retrospektive Analysen in einer Subpopulation der Zulassungsstudie von Sorafenib ergaben in der Behandlungsgruppe gegenüber der Placebogruppe eine signifikant geringere Inzidenz von Hirnmetastasen.

Sollte sich der Befund bestätigen, könnte die anti-angiogenetische Therapie mit Sorafenib eine potente präventive Behandlungsoption gegen Hirnmetastasen bei Patienten mit nicht resektierbarem und/oder metastasiertem Nierenzellkarzinom sein.

Massard C, Zonierek J, Gross-Goupil M, et al. 2010. Incidence of brain metastases in renal cell carcinoma treated with sorafenib. Annals of Oncology 21:1027-1031.

September 2010 red.drucken
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