Urothelkarzinom des oberen Harntrakts:
Altersabhängige Effekte bei Diagnosestellung, Behandlung und Krankheitsergebnis


In den letzten beiden Jahrzehnten wurde eine steigende Inzidenz der Urothelkarzinome des oberen Harntrakts wie auch eine Verlagerung zu älteren Patienten beobachtet. In einer aktuellen Studie wurde analysiert, inwieweit sich das Alter auf die Krankheitsmerkmale, die angewandten Therapien und das krebsspezifische Überleben auswirken.

Anhand der Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER)-Datenbank wurden 12 639 Patienten mit einem Urothelkarzinom des oberen Harntrakts aus den Jahren 1985 bis 2004 identifiziert.



Bei Patienten im fortgeschrittenen Alter wurden vermehrt ein höhers T-Stadium und ein niedriger Malignitätsgrad diagnostiziert: In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen hatten 41% einen invasiven Tumor (T2-T4); gegenüber 50% bei den Achtzigjährigen.

Schlecht differenzierte Tumoren nahmen von 42% den 40- bis 49-Jährigen auf 59% bei den Achtzigjährigen zu. Die mittlere Nachbeobachtungszeit im gesamten Kollektiv erstrckte sich über 31 Monate. Das Gesamtüberleben und das krebsspezifische Überleben nach fünf Jahren betrugen 52% bzw. 72%. Nach Altersgruppen stratifiziert ergaben sich mit zunehmendem Alter – auch nach Korrekturen für Tumorstadium und Differenzierungsgrad – kürzere krebsspezifische Überlebenszeiten (Abb.).

Die initiale Behandlung bestand in 90% der Fälle aus Nephroureterektomie oder Ureterektomie. Die Operation wurde bei 94% der 40- bis 49-Jährigen aber nur bei 86% der Achtzigjährigen vorgenommen.

Übergangszellkarzinome des oberen Harntrakts hatten bei der Diagnosestellung mit fortgeschrittenem Alter der Patienten ein höheres Stadium und einen niedrigeren Differenzierungsgrad. Bei älteren Patienten war zudem das krebsspezifische Überleben deutlich verkürzt.
Yap SA, Schupp CW, Chamie K, et al. 2011. Effect of age on transitional cell carcinoma of the upper urinary tract: presentation, treatment, and outcomes. Urology 78:87-92.

September 2011 red.drucken
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