Bevacizumab und Everolimus bei fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom

Sowohl die Angiogenesehemmung über die vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor (VEGF)- Reaktionskaskade als auch die Inhibition von mTOR haben sich beim Nierezellkarzinom der Standardtherapie mit Interferon als überlegen erwiesen. Diesbezüglich wurden Effektivität und Toxizität der Kombination von Bevacizumab und Everolimus getestet.

Die 80 Patienten der Phase-II-Studie hatten ein metastasiertes oder lokal rezidiviertes nicht resektierbares klarzelliges
Nierenkarzinom (Mischtypen >75% Klarzell-Anteil). Von ihnen waren 50 nicht mit einer „targeted“ Therapie vorbehandelt (Arm A) und 30 bereits mit Sunitinib und/oder Sorafenib behandelt worden (Arm B). Alle Patienten erhielten zweiwöchentlich intravenös 10 mg/kg Bevacizumab und täglich oral 10 mg Everolimus.

Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 9,1 Monate im Arm A und 7,1 Monate im Arm B (Abb.). Die Gesamtansprechraten beliefen sich auf 30% bzw. 23%. Die mittlere Therapiedauer betrug sechs Monate. Bei 16 Patienten wurde die Behandlung kontinuierlich über 12 Monate fortgeführt, ohne dass es zu einer kumulativen Toxizität kam. Die Rate an Proteinurie Grad 3/4 war mit 25% höher als für die Bevacizumab-Monotherapie berichtet wurde.

Die Kombination Bevacizumab plus Everolimus ist bei Patienten mit fortgeschrittenem klarzelligem Nierenkrebs sowohl als First-line-Therapie als auch nach Vorbehandlung mit Sunitinib und/oder Sorafenib aktiv. Das Toxizitätsprofil erlaubte die weitgehende Einhaltung des Behandlungregimes bei voller Dosierung.

Andererseits erreichte die Kombination gegenüber der sequenziellen Anwendung beider Substanzen keine überzeugenden Effektivitätsvorteile.

Hainsworth JD, Spigel DR, Burris HA, et al. 2010. Phase II trial of bevacizumab and everolimus in patients with advanced renal cell carcinoma. J Clin Oncol 28:2131-2136.

Dezember 2013 red.drucken
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